Donnerstag, 2. Oktober 2014

Unter Nachbarn

viertelDie Wohnung oben würde ich gern mal sehen. Ich stelle sie mir vor wie einen Hobbykeller – mit Schummerlicht und unzähligen, mit schweren Apparaten voll gestellten Ikea-Regalen, die nicht lasiert oder lackiert wurden, einem Berg von Werkzeugen im Zentrum und einem kleinen, mickrigen Hibiskus auf der Fensterbank. Den Hibiskus habe ich einmal aus der Nähe gesehen, als die Frau im dritten Stock die Urlaubspflege übernahm und das Pflänzchen durch das Treppenhaus getragen wurde. Der Besitzer ist ein Herr mit schütterem Haar und Brille. Er wirkt ruhig – wie einer, der einfach nichts zu sagen oder viel zu verbergen hat. Doch die schweren Vibrationen und der kreischende Gesang seiner Bohrmaschine, die sich durch den Stahlbeton quält, sind stets präsent im ganzen Block.

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Donnerstag, 2. Oktober 2014

Schreibtisch im Soldiner Kiez

nachbarschaftsEtage1Seit Anfang des Jahres bin ich auch im Soldiner Kiez unterwegs. Ich machen zusammen mit einer ehrenamtlichen Redaktion das Kiezmagazin “Soldiner”. Weil ich immernoch zu neugierig bin auf den Kiez und mehr Fragen als Antworten habe, stelle ich seit Kurzem ein Mal in der Woche meinen Schreibtisch direkt in den Kiez. Ich bin donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr im Café der NachbarschaftsEtage in der Fabrik Osloer Straße. Da treffe ich viele nette und interessante Menschen, bekomme Kaffee und liebevoll drappierte Brote. Was ich das mache außer essen? Ich bereite das nächste Magazin vor, rede mit Nachbarn aus dem Kiez an der Panke und ich blogge: www.dersoldiner.wordpress.com.

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Mittwoch, 3. September 2014

Einschulung schwer gemacht

schuleMeine Mutter hatte es gut. Sie weiß gar nicht, wie gut sie es hatte. Wirklich. Als ich sieben Jahre alt wurde, schickte sie mich einfach so in die Schule. Die Frage, in welche Schule ich gehen würde, stellte sie sich nicht. Es gab ja auch nur eine in dem kleinen Ort am Rand von Berlin. In die wurde ich eingeschult, da machte ich später meinen ersten Abschluss. Ende der Geschichte. 30 Jahre später im Wedding könnte ich bereits jetzt Bücher über das Thema Schulwahl verfassen und die Entscheidung für eine Bildungseinrichtung fällt mir schwer. Und dabei muss ich erst in den kommenden Monaten ein Kreuzchen vor einem Schulnamen machen, der kleine Weddinger bekommt erst in einem Jahr eine Schultüte.

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Freitag, 15. August 2014

Der rote Faden

wandbild

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Donnerstag, 24. Juli 2014

Seebrücke Sellin

seebruecke

Sieben Jahre lang habe ich mit der Seebrücke Sellin gelebt. Sie hat mich durch den Tag begleitet, meine Sinne gekitzelt, mir stets zur rechten Zeit einen imaginären Ostseewind durchs Gemüt geblasen.

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Freitag, 4. Juli 2014

Unterwegs im Humboldthain

humboldthain3

Wir rennen über die große Wiese und knicken die Grashalme um. Also der kleine Weddinger rennt. Ich gehe in meinem Sonntagsspazierschritt. Grashalme knicke ich dabei trotzdem um. Der kleine Weddinger sucht den schönsten Kletterbaum. Ich suche den Mauerpark im Humboldthain. Also ich versuche zu fühlen, ob der Humboldthain noch richtig Humboldthain ist oder schon Prenzlpark im Wedding.

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Donnerstag, 12. Juni 2014

Ein Kiezmagazin zum Mitmachen

Die zweite Ausgabe des Magazins vom Kiez an der Panke ist fertig. Viele haben mitgemacht. Schön ist es geworden. Das ganze Magazin als PDF gibt es auf der Internetseite des Quartiersmanagements Soldiner Straße: Soldiner 2

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Mittwoch, 4. Juni 2014

Ein Balkon auf dem Planeten Wedding

Ich wollte keine Kinder. Und ich wollte nie in der Stadt leben. Ich wollte schon gar nicht, dass meine Kinder, falls ich doch mal welche haben würde, in der Stadt aufwachsen. Ich stellte es mir zu laut, zu voll, zu ungrün vor. Dann traf ich den Mit-Weddinger und jetzt, fünf Jahre später, sitze ich auf meinem Balkon und schaue ins grüne Brunnenviertel, während der kleine Weddinger in seinem Bett liegt und schläft. Es kommt oft anders als man denkt – und das gilt überall, nicht nur im Wedding.

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Freitag, 9. Mai 2014

Sonntagsfrühstück auf dem Planeten Wedding

broetchen

Für den Honig gibt es eine Warteliste. Ganz klar, dass man ihn nicht einfach so haben kann. Man stellt sich brav hinten an, wenn man etwas naschen will am Frühstückstisch und drängelt sich nicht vor. Das tut man nicht, schon gar nicht am Sonntagmorgen! Sonst kneift die kleine, aufmerksame Skeptikerin sofort aufgebracht die Augen zusammen, das Engelchen ergreift dann lautstark Partei und die diplomatische Lauryn strengt sich an, den entstehenden Streit zu schlichten.

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Dienstag, 29. April 2014

Stephan Hentschel, eine Textprobe

Wenn Stephan Hentschel auf seinem Nachdenksofa in sitzt, dann blättert er oft in einem Buch. Oft dreht sich auch der Plattenspieler zur Musik. Wenn Stephan Hentschel Musik hört, dann ist es Swing oder House oder Disco. Oder Filmmusik. Das Nachdenksofa steht in einer 300 Quadratmeter großen WG im nördlichen Mitte mit hohen Decken, viel Platz, einem schönen Ausblick und wenig Möbeln. Es ist Stefans Ort der Entspannung vor oder nach einem langen Tag als Chefkoch des Cookies Cream in Berlin-Mitte, als kulinarischer Taktgeber im Chipps No.1 in der Jägerstraße und im Chipps No.2 in der Friedrichstraße.

Die Musik war es auch, die den heute 29 Jahre alten Koch nach Berlin lockte. „Ich habe meine Jugend in eine Club verbracht“, sagt er und meint einen Jugendclub im sächsischen Riesa, in dem die damals neue Technomusik gespielt wurde. Und weil in den Kellern und Clubs um die gerade gefallene Berliner Mauer das Zentrum der Technobewegung war, wollte Stephan Hentschel an die Spree. Nach seiner Ausbildung im Gasthaus zur Post in Landbergen fuhr Stephan Hentschel nach Berlin, dem Techno, den Clubs, dem Nachtleben entgegen. In Berlin fand er nicht nur die Musik. Er arbeitete mal in diesem Restaurant, mal in jenem, mal im Majakowski in der Malplaquetstraße, mal im Noi quattro am Strausberger Platz, dann im Renger-Patzsch in Schöneberg. Es waren Stationen auf der Suche nach einem eigenen Weg.

2007 eröffnete er mit dem als Party-König bekannten Vegetarier Heinz Gindullis das Cookies Cream. Noch heute kocht Stephan Hentschel dort jeden Abend einfallsreiche vegetarische Menus. „Wir verzichten auf Pasta, Tofu und Reis. Das ist es, was Vegetarier meistens vorgesetzt bekommen. Das wollten wir anders machen“, erklärt er die Idee des ersten ernsthaften vegetarischen Restaurant der Stadt. Dem Cookies Cream gab der junge Koch seine persönliche Note: gekocht wird, was die Bauern auf den Feldern in Brandenburg gerade geerntet haben, traditionsbewusst und kreativ. Manchmal blättert der Chefkoch auf seinem Nachdenksofa in den Kochbüchern seiner Uroma, und auf dem Dach des Cookies Cream werden Blutampfer und Schafgarbe gezüchtet.

Wenn Stephan Hentschel aus seinem Sofa sitzt und nachdenkt, denkt er vielleicht auch manchmal über Paul Bocuse nach. Denn wie der französische Starkoch will er nicht nur bei Töpfen und Pfannen in der Küche stehen, er will Gastgeber sein. Deshalb pendelt er jeden Tag zwischen Cookies Cream, Chipps No.1 und Chipps No.2, steht vorn im Gastraum bei den Bedienungen und begrüßt die Gäste persönlich.

Irgendwann vor drei Jahren habe ich Stephan Hentschel getroffen. Stephan Hentschel, den Koch. Er regiert die Töpfe und Pfannen im Cookies Cream und im Chipps No. 1 und ist Mitinhaber des Gastro-Pubs Volta in der Brunnenstraße. Weil ich zwar gern gut esse, aber selten Magazine lese, kannte ich ihn nicht. Ich habe ihn getroffen und ich muss sagen, ich fand es ein sehr nettes Gespräch. Der Text, den ich damals über ihn für die Feinschmeckerfestival-Zeitung der eat!Berlin schreiben wollte, wurde nur halb fertig, weil … hm, ja, warum eigentlich? Ich habe es vergessen. Aber als ich Stephan Hentschel mit seinem auffälligen Schnurrbart neulich auf der Straße gesehen habe – was öfter vorkommt, denn er wohnt gleich bei mir um die Ecke – fiel mir die unvollendete Textprobe wieder ein.

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