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Straßenschmuck
Von Franz Havel | 30. March 2009Neulich wieder Besuch aus Westdeutschland. Langweilerthema Nummer Eins ist da aktuell. Und natürlich an der Kaffeetafel. Die Hundekacke. (Ich frage mich, warum immer beim Essen … Aber lassen wir das.)
Spannender ist, wie es mir boshaft gelang, die gemütliche Stimmung während dieser wärmelnden Plauderei zu sprengen. Tante F. war gerade dabei, die Kleinstadt D. – ihren Heimatort – für die Sauberkeit zu loben, da bemerkte ich, es gibt (bei diesem Thema) Unterschiede in den Bezirken.
“Jaja.”
Die Reaktion war zu erwarten. Man glaubte wohl, ich wollte anmerken, in Friedrichshain wäre es schlimmer als in Friedenau. Aber ich wollte auf etwas anderes hinaus.
“Vor unserer Haustür liegen neuerdings Kondome!”
Das Schweigen war allgemein.
Dabei wollte ich noch sagen, dass es sich im Wedding offenbar um einen Trend handelt. Auch in den Nachbarstraßen finde ich des öfteren kleine schleimige Knautschgummis. Auch frage ich nicht in die Runde, ob es einfach nur bequem ist, die Schutzhüllen aus dem Fenster zu werfen oder ob hier die ersten Anzeichen der rückkehrenden Wohnungsnot in Berlin zu beobachten sind. Und außerdem wäre es spannend gewesen, mal in die Runde zu fragen, wie andere eigentlich mit dem Problem umgehen, nach erschöpfender Betätigung plötzlich einen langsam erkaltenden Fisch im Bett zu haben. Fenster? Mülleimer? Bettkante?
“Noch einen Kaffee?”
Da sind wir wieder in bürgerlichen Bahnen.
Themen: Mitgebloggt | 1 Comment »
Tags: berlin, berlin-wedding, wedding
30. March 2009 um 17:32
Vielen Dank für diese erhellende Geschichte von jenseits der Bernauer Straße und den ersten Gastbeitrag in meinem Blog!