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Mauerpark – The Movie

Von Planet Wedding | Dominique | 20. Juli 2011

Dieser Film ist melancholisch. Weil ich ein melancholischer Mensch bin. Wenn man ein wehmütiger Mensch ist, dann ist ja die ganze Welt irgendwie gedämpft gestimmt. Selbst ein so temporeicher Film wie Mauerpark – The Movie. Eigentlich ein toller Film von Dennis Karsten; die mitreißende Musik entstammt bis auf eine Ausnahme ausschließlich von Mauerparkmusicians, die Bilder sind von der höchsten Laterne auf den Park sind spektakulär, die einordnenden Worte von Kaminer, dem Wladimir, witzig und treffend.

Dennoch hat der Film für mich etwas trübsames. Denn ich denke die ganze Zeit, es ist nicht ein Film über den Mauerpark; ich denke, es ist ein Film über den Mauerpark, wie er sein könnte. Ein Ort für Menschen, die ihre Eigenarten ausleben. Eine platte Wiese als Plattform für Individualisten, Selbstdenkende und Egozentriker. Es könnte ein gallisches Dorf sein, eingekeilt zwischen dem in vielerlei Hinsicht verarmten Wedding, dem mit ihren Babys beschäftigten Pankowern und dem eingeödeten Prenzlauer Berg. In (meiner) Wahrheit ist der Park – vor allem sonntags – ein Treffpunkt der Touristen, der Zuschauer, der Spanner. Diese Seite kommt in dem Film komplett nicht vor.

Aber es gibt auch etwas Tröstendes in dem Film. Silvio blickt zurück auf Wandlungen der Athmosphäre im Mauerpark. Und das gilt ja dann auch für die Zukunft: Mal sehen was aus ihm wird.

Franz Havel

Der Mauerpark-Film läuft noch bis Ende Juli im Lichtblick-Kino in der Kastanienallee im benachbarten Prenzlauer Berg. Franz Havel, der diesen Gastbeitrag spendierte, bloggt sonst ganz woanders.

Themen: Mitgebloggt | 4 Comments »
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4 Kommentare zu “Mauerpark – The Movie”

  1. Sebastian Says:
    20. Juli 2011 um 13:21

    Ohne die „Spanner“ hätten die „Selbstdarsteller“ doch gar niemanden, um ihr Ego zu pflegen. Im Zweifelsfall sind mir die Touristen immer noch lieber, als die vermeintlichen „Individualisten“, die aber doch alle irgendwie gleich aussehen und das gleiche tun und sich in ihrer Hipness suhlen.

    Äh, kam zwischen den Zeilen subtil heraus, dass ich den Mauerpark bzw. seine Menschen nicht mag?

  2. Dominique Says:
    20. Juli 2011 um 20:56

    Lese ich da heraus, dass Du Dir den Film nicht ansehen wirst? Ich würde mich eigentlich über eine weitere Meinung freuen, denn ich bin selbst unentschlossen.

  3. Arnd Klinkhart Says:
    24. Juli 2011 um 21:13

    Wieso läuft der Film im Kino, wenn er auch Berlin-Herzexilangen interessiert? Warum läuft er nicht im Mauerpark? Warum nicht auf irgendeiner Video-Platform? Ich will ihn sehen, aber schaffe das wohl kaum bis ende Juli. Und was ist danach?

  4. Dominique Says:
    26. Juli 2011 um 05:54

    Das soll alles kommen. Im Herbst, so sagte mir der Regisseur, kommt das Video. Und man munkelt, dass der Film am 13. August im Mauerpark gezeigt wird.

Kommentare