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	<title>planet wedding &#187; Allgemeines</title>
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	<description>- Lebenszeichen aus Berlin</description>
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		<title>Frauengespräche</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 10:58:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Demnächst zieht meine Freundin aus der Hansestadt in den Kiez*. Ich bin schon ganz aufgeregt und habe natürlich umgehend mit den Vorbereitungen für diesen neuen Lebensabschnitt begonnen. Mit der Freundin benötigt man eine ganze Reihe von spannenden Kulissen für Frauengespräche. Wo könnte man wohl hingehen? Zunächst wäre da das Café Freysinn, das mit gutem Kaffee, leckerem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Demnächst zieht meine Freundin aus der Hansestadt in den Kiez*. Ich bin schon ganz aufgeregt und habe natürlich umgehend mit den Vorbereitungen für diesen neuen Lebensabschnitt begonnen. Mit der Freundin benötigt man eine ganze Reihe von spannenden Kulissen für Frauengespräche. Wo könnte man wohl hingehen? Zunächst wäre da das <a href="http://freysinnberlin.wordpress.com/" target="_blank">Café Freysinn</a>, das mit gutem Kaffee, leckerem Kuchen, verdammt gut riechenden Mittagsangeboten, free W-LAN und interessanten Tischgefährten zu meinem zweiten Büro geworden ist. Fast ebenso gut (nur kalorienhaltiger): die <a href="http://tortenwerkstatt-berlin.de/" target="_blank">Tortenwerkstatt</a> an der Ecke Gleim-/Graunstraße. Dann gibt es den <a href="http://www.mauerpark.info/" target="_blank">Mauerpark</a>, wo man bei <a href="http://www.bearpitkaraoke.com/" target="_blank">Karaoke</a> und Sonnenschein quatschen kann. Gemeinsam können wir dann sonntags über den <a href="http://www.mauerparkmarkt.de/" target="_self">Trödelmarkt</a> laufen, ein Buch kaufen und uns über die viel zu vielen Touristen ärgern.</p>
<p>In Sachen Ost-West-Café Ecke Brunnen-/Bernauer Straße müssen wir uns wohl noch ein wenig die Nase an der Fensterscheibe platt drücken. Aber wenn wir Räuberleiter machen, können wir hinter den zwecks Renovierung verhangenen Fenstern vielleicht schon etwas erkennen. Angeblich soll es  ja im neuesten Kiez-Café Möbel aus Italien geben. Wir sind gespannt! Solange wir warten, treffen wir uns vielleicht im &#8220;Simit evi&#8221; in der Brunnenstraße (direkt am U-Bahnhof Voltastraße), die Sesamringe sind sensationell, man sitzt gemütlich und schwarzer Tee ist auch mal ganz nett. Das Kaffeekränzchen mit dem besten Kaffee gibt es jedoch bisher an der Kiez-Tangente. Das <a href="http://de-de.facebook.com/latteartkaffee" target="_blank">Café Latte Art </a>lässt mich immer wieder meinen Vorsatz brechen, nicht ins Gesundbrunnen Center zu gehen.</p>
<p>Aber es muss ja nicht immer Kaffee sein. Zumal meine Freundin gar keinen Kaffee mag. Was sie mag, ist Aktivität. Also werden wir zum Yoga im <a href="http://www.pfefferwerk.de/index.php/raeume-fuer-veranstaltungen/familienzentrum-wattstrasse" target="_blank">Familienzentrum Wattstraße </a>gehen. Das kostet nichts und macht sicher Spaß. Ob die zukünftige Ex-Hanseatin wohl dienstags ab 14 Uhr für den Yogakurs Zeit hat? Falls nicht, bleibt noch der <a href="http://www.mountmitte.de/" target="_blank">Mount Mitte </a>- der Hochseilgarten am Nordbahnhof. Klettern ist bestimmt lustig (wenn man keine Höhenangst hat).</p>
<p>Wenn ich mich ordentlich belese, zum Beispiel bei Wedding-Expertin <a href="http://www.gerhildkomander.de/" target="_blank">Gerhild Kommander</a>, dann kann ich die Zugezogene vielleicht auch mit einer Architekturführung im Kiez überraschen. Oder wir gehen gleich im Humboldthain spazieren. Da kenne ich mich schon aus, kann Rosengarten, Flakturm, Rodelbahn, Sommerbad problemlos vorzeigen. Oder wir schleichen um die St. Sebastian-Kirche. Der Gartenplatz wurde ja gerade hübsch gemacht und macht auch für noch-Fremde bestimmt einen guten Eindruck. Oder noch besser: Wir schleichen uns auf dem Gelände der Deutschen Welle in den Aufgang, der zum Offenen Kanal Alex führt und fahren mit dem Fahrstuhl ganz nach oben. Da gibt es einen tollen Panoramablick auf das Brunnenviertel. Und dann gehen wir zu den <a href="http://berliner-unterwelten.de/" target="_blank">Berliner Unterwelten</a> und streifen durch die ehemaligen Bunkeranlagen und toten U-Bahntunnel unter dem Kiez.</p>
<p>Ich bin so aufgeregt und freue mich, dass meine Freundin ihr Lager in meiner unmittelbaren Nachbarschaft aufschlägt. Und ein Glück ist es auch, weil ich beruflicherseits weiß, dass das Brunnenviertel inzwischen sehr beliebt ist und freie Wohnungen selten sind. Kein Wunder, ist ja auch viel los im Kiez <img src='http://www.planet-wedding.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><em>* Aus beruflichen Gründen und der Neugier halber überlege ich, ob sie vielleicht eine Gentrifizierin ist und ob ich mich deshalb eigentlich über ihren Umzug freuen darf. Ich bin unentschlossen. Freue mich aber erstmal.</em></p>
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		<title>Es wird besser</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 10:23:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aufwertung ohne Verdrängung? Das Brunnenviertel im Mitte-Ortsteil Gesundbrunnen verändert sich. Ein 50 Jahre alter Begriff aus der Stadtsoziologie hat in den letzten Jahren den Sprung in die Alltagssprache geschafft: Gentrifizierung. Er beschreibt  einen Umstrukturierungsprozess in Innenstadtquartieren.  Merkmale sind steigende Mieten, der massive Zuzug von wohlhabenden Mieter/innen, Sanierungsmaßnahmen und die Verdrängung von einkommensschwachen Bewohner/innen. Das benachbarte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aufwertung ohne Verdrängung? Das Brunnenviertel im Mitte-Ortsteil Gesundbrunnen verändert sich.</strong></p>
<p>Ein 50 Jahre alter Begriff aus der Stadtsoziologie hat in den letzten Jahren den Sprung in die Alltagssprache geschafft: Gentrifizierung. Er beschreibt  einen Umstrukturierungsprozess in Innenstadtquartieren.  Merkmale sind steigende Mieten, der massive Zuzug von wohlhabenden Mieter/innen, Sanierungsmaßnahmen und die Verdrängung von einkommensschwachen Bewohner/innen. Das benachbarte Prenzlauer Berg ist in diesem Zusammenhang das wohl bekannteste Beispiel. Seit der Wende hat sich dort die Bevölkerung fast komplett ausgetauscht. Es gab in den vergangenen Jahren aber auch immer wieder die Frage: Kommt die Gentrifizierung auch in den Wedding? Das Thema ist komplex, einfache Antworten gibt es nicht, und was für den Einen eine positive Entwicklung ist, ist für den Anderen der Grund zum Wegzug. </p>
<p>Die Fakten sprechen bis jetzt gegen eine derartige Entwicklung im Brunnenviertel (Wedding), die zu massivem Wegzug durch Mietsteigerungen führt. In den Berichten zur Sozialen Stadtteilentwicklung gilt das Gebiet als Planungsraum mit sehr niedrigem Entwicklungsindex. Anders als in klassischen Aufwertungsgebieten ist der Großteil der Wohnungen im Brunnenviertel außerdem in der Hand einer kommunalen Gesellschaft, die auch den Auftrag hat, Mietsteigerungen zu begrenzen. &#8220;Von Gentrifizierung sind wir hier weit entfernt&#8221;, sagt der Leiter des Kundenzentrums Nord der degewo, Jörn Richters. Die degewo bemüht sich seit 2005 um eine Verbesserung der Lebensbedingungen im Brunnenviertel, betreibt gezielte Aufwertung. Mit Erfolg: das kommunale Wohnungsunternehmen meldet Vollvermietung, mehr Gewerbe, zufriedenere Bewohner/innen. </p>
<p>Der bekannte Stadtsoziologe von der Humboldt-Universität Berlin, <a href="http://gentrificationblog.wordpress.com/" target="_blank">Andrej Holm</a>, sieht in diesen bewussten, politisch initiierten Aufwertungsmaßnahmen rund um die Brunnenstraße einen möglichen Gentrifizierungsmotor. Bei einer Veranstaltung mit dem Titel <a href="http://gentrificationblog.wordpress.com/2010/05/15/berlin-wedding-im-schatten-der-aufwertung/" target="_blank">&#8220;Gentrifizierung im Wedding?&#8221; </a>Anfang des Jahres stufte auch er den Wedding jedoch als zunächst nicht gefährdet ein. Das größte Potenzial, so stellte er in seiner Analyse fest, hätte in dieser Hinsicht aber das Brunnenviertel.</p>
<p> Neben der politisch gewollten Aufwertung spielt laut Andrej Holm insbesondere die so genannte Umzugskettengentrifizierung im Wedding eine Rolle. Dabei ziehen Bewohner/innen aus Gebieten mit starken Mietsteigerungen in Quartiere mit niedrigeren Mieten, lösen dort eine größere Nachfrage und wiederum steigende Mieten aus. Das Brunnenviertel hat zwar wenige der gefragten Altbauten zu bieten, ist aber wegen seiner Nähe zu Alt-Mitte und Prenzlauer Berg eine interessante Adresse. Die Stadtforscher/innen wissen nämlich, dass 80 Prozent der Umzüge in der Stadt innerhalb eines Umkreises von fünf Kilometern stattfinden.  Eine Rolle bei der Wahl des neuen Wohnortes spielt die Attraktivität der Bildungseinrichtungen. Insbesondere bei den Kindertagesstätten deutet sich im Brunnenviertel eine neue Entwicklung an. So hat beispielsweise der Kindergarten in der Wolgaster Straße zunehmend Interessent/innen aus dem nahen Prenzlauer Berg, wo die Kindergärten kaum mehr freie Plätze anbieten können. Die Eltern weichen immer öfter in den Wedding aus &#8211; und manche ziehen auch in das Gebiet auf der anderen Seite der Bernauer Straße. </p>
<p>In den letzten Jahren sind  verstärkt andere Neumieter/innen ins Brunnenviertel gezogen – Student/innen, Familien aus dem Prenzlauer Berg, einkommensstärkere Haushalte. Für eine Verdrängung von einkommensschwachen Altmieter/innen gibt es aber keine eindeutigen Belege. Und ob die zugezogenen Eltern bleiben, wenn ihre Kinder schulpflichtig werden und in eine hiesige Grundschule gehen sollen, ist ungewiss. Insbesondere die Gustav-Falke-Grundschule versucht seit einigen Jahren mit einer besonderen, <a href="http://www.gustav-falke-g.cidsnet.de/Presseecho/Nur_wer_Deutsch_kann.pdf" target="_blank">naturwissenschaftlich orientierten Klasse  mit Deutschgarantie </a>gerade diesen Eltern einen Anreiz zu geben, denn es ist kein Geheimnis, dass es Vorurteile gibt und der hohe Migrantenanteil für viele ein Problem ist. </p>
<p>Die kleine <a href="http://www.brunnenviertel-brunnenstrasse.de/uploads/media/Auswertung_Umfrage_Aufwertung.pdf" target="_blank">Umfrage zu Veränderungen im Brunnenviertel </a> zeigt, dass sich viele Dinge aus Sicht der Menschen positiv verändern. Es gibt mehr Gastronomie, eine schöneres Wohnumfeld. Neue Cafés sind eine als angenehm empfundene Aufwertung. Und die Wünsche der befragten Bewohner/innen und Gäste des Viertels gehen in die gleiche Richtung: alle wollen Milchkaffee, mehr kleine Läden, mehr Leben im Viertel. Gentrifizierung will keiner. Aufwertung ja, aber bitte für alle! In der Umfrage im Brunnenviertel haben nur wenige Menschen angegeben, dass sie Angst vor Mietsteigerungen und Verdrängung haben. Die beobachteten Veränderungen werden als willkommene Verbesserung wahrgenommen – und nicht jede Aufwertungsmaßnahme führt zur Gentrifizierung.</p>
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		<title>Irgendwann im Wedding</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Aug 2011 12:13:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<category><![CDATA[quartiersmanagement]]></category>
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		<description><![CDATA[An einem ganz normalen Tag im Brunnenviertel wird der kleine Laden an der Ecke verschwinden. Früh, zum Sonnenaufgang wird sich wie jeden Tag sich die Moschee mit der Aufschrift „Allahindir“ füllen, an der Ecke Brunnenstraße/Bernauer Straße wird sich der Autoverkehr im Berufsverkehr stauen, unser Nachbar wird den täglichen Gang zum grünen Bäcker absolvieren und mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An einem ganz normalen Tag im Brunnenviertel wird der kleine Laden an der Ecke verschwinden. Früh, zum Sonnenaufgang wird sich wie jeden Tag sich die Moschee mit der Aufschrift „Allahindir“ füllen, an der Ecke Brunnenstraße/Bernauer Straße wird sich der Autoverkehr im Berufsverkehr stauen, unser Nachbar wird den täglichen Gang zum grünen Bäcker absolvieren und mit Brötchen und Zeitung zurückkehren. Mittags werden Martha und Kathi im Café Freysinn versuchen, der Besucherschar von der Deutschen Welle Herr zu werden und die Glocken von St. Sebastian werden wie jeden Tag zum Gebet läuten. An diesem normalen Tag werden die Plakate der Vereine und Kiezinitiativen abgehängt, die Computer und Broschüren eingepackt, die Hundekotbeutel verstaut, ein Mann wird vielleicht mit wehmütigem Blick auf einer Leiter stehen und das Schild abmontieren: Stadtteilbüro. An diesem Tag, der sehr wahrscheinlich einer der ganz normalen Tage im Jahr 2013 sein wird, ist der letzte Euro aus dem Fördertopf ausgegeben, der für das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ zur Verfügung stand. Die Förderperiode der Europäischen Union, die das Programm zu Verbesserung der Situation in den Kiezen maßgeblich mitfinanziert, endet. Der Laden an der Ecke zieht aus.</p>
<p>Es wird ein normaler Tag sein, ganz unspektakulär werden die beiden Quartiersmanagements im Brunnenviertel (QM Ackerstraße, QM Brunnenstraße), die drei weiteren im Wedding und die insgesamt 34 Stadtteilläden in Berlin verschwinden. Die einst als Problemgebiete klassifizierten Kieze mit hoher (Jugend-) Arbeitslosigkeit, hoher Schuldnerquote, hoher Kriminalität, hohem Anteil von Nachbarn nichtdeutscher Herkunft werden ab dann ohne die Finanzspritze zur Selbsthilfe auskommen müssen.</p>
<p>In der Zeit nachdem die Quartiersmanager ausgezogen sind, wird sich zeigen, wie nachhaltig die Arbeit aller Beteiligten war. Steht das Familienzentrum auf sicheren Beinen? Wird der Bewohnertreff bleiben? Gibt es weiterhin Kurse für benachteiligte Kinder und Jugendliche, wird der Bildungsverbund Bestand haben? Wird sich die Situation im Problemkiez durch die Unterstützung der Strukturen, durch Förderung von Bildung, Kultur und Nachbarschaft dauerhaft verbessert haben?</p>
<p> Ich habe mir zwei Jahre lang im Quartiersrat Gedanken über die Entwicklung des Kiezes gemacht. Ich habe, und das war das eigentliche Ziel meines ehrenamtlichen Engagements, viele Akteure im Kiez kennengelernt. Ich bin ins Gespräch gekommen, habe Nachbarn getroffen und habe die Schulen besucht, die für Menschen ohne schulpflichtige Kinder sonst abgeschottet wie eine eigene kleine Welt existieren. Ich habe einen Blick für die kleinen Dinge im Kiez bekommen, freue mich über kleine Schritte in die richtige Richtung, habe ein wenig ein Gefühl von Heimat entwickelt. Ich bin grundsätzlich für Bürgerbeteiligung. Der Quartiersrat liefert dafür hier im Viertel eine Plattform. Klar, es gab Dinge, die haben mich während meiner Bürgerjuryzeit aufgeregt  &#8211; dass das Land dringende Investitionen in Schulen oder Spielplätze einfach einspart und in die Sphäre der Quartiersmanagements auslagert oder dass das Förderverfahren kompliziert und mit vielen Vorgaben gestrickt wurde, so dass ich als mitentscheidender Bürger eigentlich zu wenig Spielraum für Mitbestimmung habe. Trotzdem ist der Quartiersrat eine gute Sache. Wo sonst findet man so schnell Kontakt zu den Initiativen und Akteuren im Kiez, die sich Gedanken machen und etwas tun wollen für die Beseitigung der Probleme?</p>
<p>Die Vernetzung wird neben dem Fördergeld am meisten fehlen im Viertel. Es wird der Gastgeber und Moderator fehlen im Gespräch der Nachbarn und Aktiven, die in sehr verschiedenen Welten leben und die einfach sehr viele verschiedene Sprachen sprechen. Insofern wird der Laden an der Ecke mehr sein als eine weitere leerstehende Immobilie. Es gibt Tage, auf die freut man sich einfach überhaupt nicht.</p>
<p><strong>Quartiersmanagements im Wedding:<br />
</strong><a href="http://www.brunnenviertel-ackerstrasse.de/" target="_blank">Brunnenviertel-Ackerstraße</a>, <a href="http://www.brunnenviertel-brunnenstrasse.de/" target="_blank">Brunnenviertel-Brunnenstraße</a>, <a href="http://www.deinkiez.de/" target="_blank">Soldiner Straße</a>, <a href="http://www.pankstrasse-quartier.de/" target="_blank">Pankstraße</a>, <a href="http://www.sparrplatz-quartier.de/" target="_blank">Sparrplatz</a></p>
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		<title>Sommer und Winter</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 20:10:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Ankommen]]></category>
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		<category><![CDATA[Kleingarten]]></category>
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		<description><![CDATA[Vielleicht ist es nicht der richtige Zeitpunkt für solche Gedanken. Vielleicht sollte ich an Weihnachten denken, an meinen alten Holzschlitten, den der kleine Weddinger in diesem Jahr erstmals benutzen wird und an romantische Candlelight-Abende bei heißem Tee und Boogie-Blues. Doch ich denke an Kleingärten. Ich träume von hübsch gepflegten Parzellen, über deren Zäune hinweg mir wilder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht ist es nicht der richtige Zeitpunkt für solche Gedanken. Vielleicht sollte ich an Weihnachten denken, an meinen alten Holzschlitten, den der kleine Weddinger in diesem Jahr erstmals benutzen wird und an romantische Candlelight-Abende bei heißem Tee und Boogie-Blues. Doch ich denke an Kleingärten. Ich träume von hübsch gepflegten Parzellen, über deren Zäune hinweg mir wilder Flieder zunickt. Ich denke an das Grün des späten Sommers, an den Geruch von Lavendel und Studentenblumen.</p>
<p>Ich weiß nicht, ob ich ein Kleingartentyp bin. Ich stelle mir vor, dass es mir zu eng ist, zu klein. Aber der Mit-Weddinger schätzt kuschelige Höhlen und ich das Grün. Deshalb haben wir schon einmal über ein Gärtchen nachgedacht. Für die Kinder wäre es toll, mein grünes Herz könnte erblühen und der Mit-Weddinger hätte vielleicht einen hübschen Platz zum Lesen. Noch ist nicht klar, wer die Blümchen gießen würde (und ob überhaupt). Nur deshalb zögerten wir.</p>
<p>Ich hätte nie gedacht, dass Berlin die Stadt der Kleingärtner ist. Ich sah immer nur Straßen und Hochhäuser und Clubs und Cafés und Universität. Heute spaziere ich durch die kleinen Oasen der Stadt und freue mich, dass die Geschichte meiner Wahlheimat einen solchen Trumpf in die Hand gespielt hat. Mehr als 76000 Kleingärten gibt es in Berlin (Hamburg hat nur 36000 Parzellen), zusammengefasst in fast 1000 Kolonien. Die Schrebergärten nehmen 3160 Hektar ein. Kein Qudratmeter ist verschenkt, finde ich.</p>
<p>Nirgendwo liegen die Kleingärten so zentral wie in Berlin. Das liegt daran, dass Anfang des 19. Jahrhunderts die so genannten Armengärten bewusst in der Nähe der großen Firmen wie Siemens oder AEG angelegt wurden. Ich profitiere heute davon, wenn ich durch die Kolonien im Wedding spaziere (zumindest in Gedanken, denn es ist ja leider Herbst und ich soll an heißen Tee denken).</p>
<p>Im Wedding gibt es fast 2000 Kleingärten, lerne ich vom <a href="http://www.gartenverband-wedding.de" target="_blank">Kleingartenverein</a>. Es gibt 27 Kolonien, die größte liegt im Afrikanischen Viertel. Vielleicht könnte ich mir dort zu Füßen der hohen Häuser eine grüne Scholle aussuchen. Ich könnte gärtnern, grillen, endlich eine Hängematte aufhängen und den Kinderchen beim Hopsespielen zusehen. Der Mit-Weddinger blättert und blättert und ich döse den Tag weg. Natürlich ohne Gartenzwerg. Dafür mit bunten Lampions, die ich überall verteilen würde und die an lauen Abenden hübsch aussehen. Wenn doch nur Sommer wäre!</p>
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