Wednesday, 8. April 2009

Kiez ohne Namen

Die Zeit ist gekommen, mich genauer zu informieren über meinen Stadtteil … äh … Kiez … äh … na ihr wisst schon! Oder nicht? In meinem Kopf schält sich eine Frage aus den Wirrungen der Gedanken: Wie heißt das eigentlich da wo ich wohne? Mein Vermieter sagt ohne zu zögern: Brunnenviertel. Das Quartiersmanagement, das nach Sozialräumen sortiert, sagt Brunnenviertel/Ackerstraße wenn es meinen Neighbourhood meint. Gestern hörte ich vom belesenen Blogger: ich wohne in Humboldthain-Süd. Das Wahlregister sagt, mein Straßenzug liegt im Wahlkreis 6 Mitte. Ist es Wedding, ist es Mitte, ist es Gesundbrunnen, wohne ich gar im Großraum Brunnenstraße? Wie weit geht mein Kiez? Und was bitte ist eine Ortslage? Ich bin verwirrt.

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Tuesday, 7. April 2009

Neueröffnung

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Ja, liebe Leute: im Wedding heißt das noch “Gaststätte”. Down to earth eben.

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Monday, 6. April 2009

Domino

Mein Biorhythmus passt nicht zum Ladenschluss. Wenn meine innere Uhr in freudiger Erwartung übermütig tickt, geht die Verkäuferin im Supermarkt nach Hause. Deshalb war ich gezwungen, entgegen meiner inneren Uhr morgens einkaufen zu gehen, noch vor dem Frühstück. Schrecklich, aber der Kühlschrank war leer.

Seitdem im vergangenen Jahr das Kaufland am Gesundbrunnen eröffnet hat, ticke ich wieder richtiger. Denn Kaufland hat an Wochentagen bis 24 Uhr geöffnet. Ich war dankbar für diese Neuerung im Kiez.

Jetzt ist das Ladenöffnungsdominosteinchen mit voller Wucht auf den Kaiser’s-Markt an der Ecke geknallt. Seit April müssen die Kassiererinnen Montag bis Samstag bis 22 Uhr übers Band ziehen, was ich im haustürnahen Geschäft eingesammelt habe. Sie scannen todmüde, ich shoppe hellwach. Treueherzen nehme ich nie. Aber ich überlege immer, ob ein schlechtes Gewissen angebracht wäre wegen des eventuell gestörten Biorhythmus’  des Kaiser’s-Personals. Deshalb verabschiede ich mich immer betont freundlich und in gedämpfter Feierabendlautstärke.

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Sunday, 5. April 2009

Kaffee aus Mallorca

Ach, Mallorca! Während ich mich hier über die ersten Krokusse und Sonnenstrahlen freue, ist der Frühling auf der Baleareninsel längst angekommen. 16 Grad sind heute für Palma de Mallorca angekündigt, 10 Grad für Berlin-Wedding. Während ich mir die 10 Grad schönrede, genießt Frank M. den Sonnenschein. Denn Frank M. ist kürzlich ausgewandert, von Berlin nach Mallorca. Zuvor hatte er zwei Jahre lang mein aktuelles Lieblingspaziergangsziel unterhalten. Er verkaufte in einem kleinen Café im Prenzlauer Berg an der Grenze zum Wedding aromatischen Kaffee aus Spanien, verführerische Oliven und Weine aus dem Ort seiner Sehnsucht. Zeitungen aus Mallorca lagen aus, manchmal waren frische mallorquinische Zitronen im Angebot, vom Eigentümer mit dem Flugzeug nach Berlin geschafft.

Nun ist er weg, wandelt unter Zitronenbäumen und pflückt die Oliven vom Baum. Sein Café, das ”Verano” jedoch ist hiergeblieben. Zwei Damen haben es von dem Auswanderer übernommen. Ich bin froh: mein Spazierziel im Revier  – es ist nicht ganz Wedding, aber fast - ist geblieben.  Ich schicke Grüße gen Mittelmeer, in die Sonne, nach Mallorca und bestelle einen Milchkaffee in der Schivelbeiner/Ecke Malmöer Straße. Wo auch die Sonne scheint.

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Thursday, 2. April 2009

Rabatte, Rabatte!

Der Mensch ist ein Sparfuchs. Glaube ich. Und die Werbe- und Marketingmenschen glauben es auch. So kommt es, dass allerorten mit Reduktionen geworben wird, seien sie auch nur so winzig. Schlussverkauf, “Sale”- (in RIESENBUCHSTABEN GESCHRIEBEN) und “reduziert”-Schildchen in den den Geschäften sind die Masche von gestern, um kauffreudige Kunden anzulocken. Die Kundenkarten und Coupons sind auch nicht mehr ganz neu. Dafür um so mehr in Umlauf.

Lokal und günstig einkaufen. Dazu will mich die neue Brunnencard animieren, die am Tage vor dem Aprilscherz in meinem Briefkasten lag. Eine Unternehmensberatung hat dem Quartiersmanagement dazu geraten, entnehme ich dem grünen Zettelchen. Natürlich muss man den Manipultionen der Werbebranche – und erst recht der Unternehmensberatungen – kritisch gegenüberstehen. Das gehört zum guten Ton.

Aber ich bin Sparfuchs. Ich werde mir das kostenlose Eis bei Eis Henry abholen. Und vielleicht kaufe ich mir noch ein Blümchen bei dem Händler in der Demminer Straße.

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Thursday, 2. April 2009

Fensterbilder

An manchen Fensterscheiben geht man achtlos vorbei, hunderte Male, ohne sich jemals für das Innenleben zu interessieren. An manchem Glas bleibt der neugierige Blick immer wieder kleben.  Jeden Tag gehe ich an dem Fensterchen des Quartiersmanagements Brunnenviertel vorbei. Jeden Tag frage ich mich, was die Damen und Herren, die stets um ihre Schreibtische gruppiert sitzen, eigentlich tun. Ich habe die Aushänge im Fenster gelesen, doch ich bin nicht schlauer. Ich habe einmal von einem Schreiber gehört, die Herrschaften seien nett und zugänglich. Aber was heißt das genau? Quartiersmanagement -das Wort hat in meinen Ohren einen merkwürdig fremden Klang. Bei Quartier denke ich an Notunterkunft, bei Management an Schlips und Kragen. Beides passt wenig zueinander, die reine Wortdeutung hilft mir wohl nicht weiter. Die Lösung ist klar. Ich muss hineingehen und fragen.

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Tuesday, 31. March 2009

Frühling ist’s

Krokuswiese

Der Frühling blüht im Wedding: die Krokuswiese im Humboldthain. Wie schön!

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Monday, 30. March 2009

Straßenschmuck

Neulich wieder Besuch aus Westdeutschland. Langweilerthema Nummer Eins ist da aktuell. Und natürlich an der Kaffeetafel. Die Hundekacke. (Ich frage mich, warum immer beim Essen … Aber lassen wir das.)

Spannender ist, wie es mir boshaft gelang, die gemütliche Stimmung während dieser wärmelnden Plauderei zu sprengen. Tante F. war gerade dabei, die Kleinstadt D. – ihren Heimatort – für die Sauberkeit zu loben, da bemerkte ich, es gibt (bei diesem Thema) Unterschiede in den Bezirken.

“Jaja.”

Die Reaktion war zu erwarten. Man glaubte wohl, ich wollte anmerken, in Friedrichshain wäre es schlimmer als in Friedenau. Aber ich wollte auf etwas anderes hinaus.

“Vor unserer Haustür liegen neuerdings Kondome!”

Das Schweigen war allgemein.

Dabei wollte ich noch sagen, dass es sich im Wedding offenbar um einen Trend handelt. Auch in den Nachbarstraßen finde ich des öfteren kleine schleimige Knautschgummis. Auch frage ich nicht in die Runde, ob es einfach nur bequem ist, die Schutzhüllen aus dem Fenster zu werfen oder ob hier die ersten Anzeichen der rückkehrenden Wohnungsnot in Berlin zu beobachten sind. Und außerdem wäre es spannend gewesen, mal in die Runde zu fragen, wie andere eigentlich mit dem Problem umgehen, nach erschöpfender Betätigung plötzlich einen langsam erkaltenden Fisch im Bett zu haben. Fenster? Mülleimer? Bettkante?

“Noch einen Kaffee?”

Da sind wir wieder in bürgerlichen Bahnen.

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Monday, 30. March 2009

Geschenkt

Es geht hier um den Wedding, um Menschen und Orte, um Every-Day-Life und merkwürdige Beobachtungen. Ich lade befreundete Blogger ein: Seid meine Gäste und schenkt mir einige Worte!

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Monday, 30. March 2009

Guten Tag Herr Frostkönig!

Es gibt eine neue Einkaufsgelegenheit im Kiez. Während auf dem Mittelstreifen der Brunnenstraße die Krokusse blühen und die Temperaturen steigen, denkt ein findiger Händler an Tiefkühlkost. Er eröffnete an der Hausnummer 111a seinen Frostkönig. Eine merkwürdige Idee eigentlich, ein Ladengeschäft komplett mit Tiefkühltruhen auszustatten und eine Verkäuferin im Anorak dazwischenzustellen. Ich stelle mir vor, ich erledige meinen Wochenendeinkauf komplett in jenen besagten Geschäft. Am Wochenende gäbe es Kartoffelecken, Hackbällchen aus Hähnchenfleisch und Beerenobst. Als Nachtisch Mini Donuts. Alles sorgsam aufgetaut. Hm. Ich überlege noch, ob ich den Frostkönig besuchen gehe.

Wer heiß ist auf Tiefkühlgemüse: Das Geschäft ist wochentags von 10 bis 20 Uhr und am Samstag von 9 bis 16 Uhr Montag/Dienstag von 14 bis 19 Uhr, Mittwoch bis Freitag von 10 bis 19 Uhr und Samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet.

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