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		<title>Irgendwann im Wedding</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Aug 2011 12:13:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An einem ganz normalen Tag im Brunnenviertel wird der kleine Laden an der Ecke verschwinden. Früh, zum Sonnenaufgang wird sich wie jeden Tag sich die Moschee mit der Aufschrift „Allahindir“ füllen, an der Ecke Brunnenstraße/Bernauer Straße wird sich der Autoverkehr im Berufsverkehr stauen, unser Nachbar wird den täglichen Gang zum grünen Bäcker absolvieren und mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An einem ganz normalen Tag im Brunnenviertel wird der kleine Laden an der Ecke verschwinden. Früh, zum Sonnenaufgang wird sich wie jeden Tag sich die Moschee mit der Aufschrift „Allahindir“ füllen, an der Ecke Brunnenstraße/Bernauer Straße wird sich der Autoverkehr im Berufsverkehr stauen, unser Nachbar wird den täglichen Gang zum grünen Bäcker absolvieren und mit Brötchen und Zeitung zurückkehren. Mittags werden Martha und Kathi im Café Freysinn versuchen, der Besucherschar von der Deutschen Welle Herr zu werden und die Glocken von St. Sebastian werden wie jeden Tag zum Gebet läuten. An diesem normalen Tag werden die Plakate der Vereine und Kiezinitiativen abgehängt, die Computer und Broschüren eingepackt, die Hundekotbeutel verstaut, ein Mann wird vielleicht mit wehmütigem Blick auf einer Leiter stehen und das Schild abmontieren: Stadtteilbüro. An diesem Tag, der sehr wahrscheinlich einer der ganz normalen Tage im Jahr 2013 sein wird, ist der letzte Euro aus dem Fördertopf ausgegeben, der für das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ zur Verfügung stand. Die Förderperiode der Europäischen Union, die das Programm zu Verbesserung der Situation in den Kiezen maßgeblich mitfinanziert, endet. Der Laden an der Ecke zieht aus.</p>
<p>Es wird ein normaler Tag sein, ganz unspektakulär werden die beiden Quartiersmanagements im Brunnenviertel (QM Ackerstraße, QM Brunnenstraße), die drei weiteren im Wedding und die insgesamt 34 Stadtteilläden in Berlin verschwinden. Die einst als Problemgebiete klassifizierten Kieze mit hoher (Jugend-) Arbeitslosigkeit, hoher Schuldnerquote, hoher Kriminalität, hohem Anteil von Nachbarn nichtdeutscher Herkunft werden ab dann ohne die Finanzspritze zur Selbsthilfe auskommen müssen.</p>
<p>In der Zeit nachdem die Quartiersmanager ausgezogen sind, wird sich zeigen, wie nachhaltig die Arbeit aller Beteiligten war. Steht das Familienzentrum auf sicheren Beinen? Wird der Bewohnertreff bleiben? Gibt es weiterhin Kurse für benachteiligte Kinder und Jugendliche, wird der Bildungsverbund Bestand haben? Wird sich die Situation im Problemkiez durch die Unterstützung der Strukturen, durch Förderung von Bildung, Kultur und Nachbarschaft dauerhaft verbessert haben?</p>
<p> Ich habe mir zwei Jahre lang im Quartiersrat Gedanken über die Entwicklung des Kiezes gemacht. Ich habe, und das war das eigentliche Ziel meines ehrenamtlichen Engagements, viele Akteure im Kiez kennengelernt. Ich bin ins Gespräch gekommen, habe Nachbarn getroffen und habe die Schulen besucht, die für Menschen ohne schulpflichtige Kinder sonst abgeschottet wie eine eigene kleine Welt existieren. Ich habe einen Blick für die kleinen Dinge im Kiez bekommen, freue mich über kleine Schritte in die richtige Richtung, habe ein wenig ein Gefühl von Heimat entwickelt. Ich bin grundsätzlich für Bürgerbeteiligung. Der Quartiersrat liefert dafür hier im Viertel eine Plattform. Klar, es gab Dinge, die haben mich während meiner Bürgerjuryzeit aufgeregt  &#8211; dass das Land dringende Investitionen in Schulen oder Spielplätze einfach einspart und in die Sphäre der Quartiersmanagements auslagert oder dass das Förderverfahren kompliziert und mit vielen Vorgaben gestrickt wurde, so dass ich als mitentscheidender Bürger eigentlich zu wenig Spielraum für Mitbestimmung habe. Trotzdem ist der Quartiersrat eine gute Sache. Wo sonst findet man so schnell Kontakt zu den Initiativen und Akteuren im Kiez, die sich Gedanken machen und etwas tun wollen für die Beseitigung der Probleme?</p>
<p>Die Vernetzung wird neben dem Fördergeld am meisten fehlen im Viertel. Es wird der Gastgeber und Moderator fehlen im Gespräch der Nachbarn und Aktiven, die in sehr verschiedenen Welten leben und die einfach sehr viele verschiedene Sprachen sprechen. Insofern wird der Laden an der Ecke mehr sein als eine weitere leerstehende Immobilie. Es gibt Tage, auf die freut man sich einfach überhaupt nicht.</p>
<p><strong>Quartiersmanagements im Wedding:<br />
</strong><a href="http://www.brunnenviertel-ackerstrasse.de/" target="_blank">Brunnenviertel-Ackerstraße</a>, <a href="http://www.brunnenviertel-brunnenstrasse.de/" target="_blank">Brunnenviertel-Brunnenstraße</a>, <a href="http://www.deinkiez.de/" target="_blank">Soldiner Straße</a>, <a href="http://www.pankstrasse-quartier.de/" target="_blank">Pankstraße</a>, <a href="http://www.sparrplatz-quartier.de/" target="_blank">Sparrplatz</a></p>
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		<title>Über Null</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jan 2011 10:08:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist Januar. Ich muss es mir immer wieder sagen: Es ist Januar. Und es ist Winter. Und, so sagen es die Wetterexperten im Radio und im Internet, es wird wieder kalt werden, am Ende des Monats. Warum aber fühlt es sich plötzlich schon wie Frühling an? Warum möchte ich am liebsten Blümchen pflanzen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-medium wp-image-272" title="thermometer" src="http://www.planet-wedding.de/wp-content/uploads/2011/01/thermometer-300x236.jpg" alt="thermometer" width="300" height="236" /></p>
<p>Es ist Januar. Ich muss es mir immer wieder sagen: Es ist Januar. Und es ist Winter. Und, so sagen es die Wetterexperten im Radio und im Internet, es wird wieder kalt werden, am Ende des Monats. Warum aber fühlt es sich plötzlich schon wie Frühling an? Warum möchte ich am liebsten Blümchen pflanzen, die Gummistiefel auspacken, die frische Luft tief einatmen und einen gaaaaaanz langen Spaziergang machen? Warum mache ich immerzu das Fenster und die Balkontür auf (und immer mal wieder zu, denn es ist auf Dauer doch ein wenig frisch &#8230;)? Vielleicht, weil der Himmel so schön blau ist. Vielleicht, weil ich in diesem Jahr schon genug habe vom Winter. Vielleicht, weil die Sonne endlich scheint und die 5 Grad über Null sich anfühlen wie 10. Doch es ist Januar. Winter im Wedding.</p>
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		<title>Man müsste schon absteigen!</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Jan 2011 09:50:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich schreibe, obwohl ich wütend bin. Ich sollte mich erst beruhigen. Ich sollte mich so lange beruhigen bis sich Wut in Verwunderung verwandelt hat und bis ich irgendwann über meine Mitmenschen im Brunnenviertel mitfühlend lächle: &#8216;Jaja. Etwas ruppig sind sie vielleich, aber bestimmt sehr liebenswürdig.&#8217; Ich will nicht warten. Ich schreibe jetzt. Und zwar schreibe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich schreibe, obwohl ich wütend bin. Ich sollte mich erst beruhigen. Ich sollte mich so lange beruhigen bis sich Wut in Verwunderung verwandelt hat und bis ich irgendwann über meine Mitmenschen im Brunnenviertel mitfühlend lächle: &#8216;Jaja. Etwas ruppig sind sie vielleich, aber bestimmt sehr liebenswürdig.&#8217; Ich will nicht warten. Ich schreibe jetzt.</p>
<p>Und zwar schreibe ich über einen ruhigen, unaufgeregten Kiez. Einen Kiez, der ruhige Wohnquartiere mit dem riesigen immergrünen Humboldthain verbindet. Eine Gegend mit türkischen Bäckern, die immer geöffnet haben, mit der stets präsenten, weltoffenen Silhouette der Deutsche-Welle-Satellitenschüsseln, einem Kiez ohne Parkraumbewirtschaftung und mit immer verfügbaren Parkplätzen. Ich schreibe über viele soziale und kulturelle Projekte, den sonntäglichen Bummel über den Mauerparkflohmarkt (der auch zum Weding gehört &#8211; jawohl!) und die immerschöne Aussicht auf den Fernsehturm, Berlins östliche Mitte.</p>
<p>Ich schreibe über eine Gegend, in der die Gehwege so breit sind wie anderswo die Landstraßen.</p>
<p>Ich schreibe über den Kiez, in dem ich schon oft beschimpft wurde, weil ich ein Fahrrad besitze und es benutze. Neulich, als ich ohne zu drängeln und ohne Eile hinter einigen Fußgängern gondelte und sich eine Frau aus heiterem Himmel umdrehte um mir aggressiv zuzurufen: &#8220;Man müsste schon absteigen! Oder sollen wir etwa beiseite gehen?&#8221; Oder gestern, als ein Fußgänger, dem ich großräumig ausgewichen war, plötzlich auf mich zu kam, mich an den Armen packte und mich ohne ein Wort vom Fahrrad schüttelte, um dann wortlos weiterzugehen. Einige Meter weiter fuhr plötzlich ein Auto mit Karacho und ohne von mir Notiz zu nehmen auf den Bürgersteig. Dass er mich um ein Haar überfahren hatte, interessierte den Fahrer nicht die Bohne.</p>
<p>Ich bin echt wütend. Weil die Kiezbewohner mich als Fahrradfahrer als natürlichen Feind betrachten. Weil es keine Fahrradwege gibt im Wedding und weil es sie mit der größten Selbstverständlichkeit der Welt nicht gibt. Weil Fahrradfahrer im Wedding einfach nicht vorkommen. Grrrh!</p>
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		<title>Hoch und runter</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Nov 2010 12:21:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich überlege, ob ich mir einen Kinderwagen kaufen soll. Der kleine Weddinger läuft zwar schon lange allein und freihändig durch die Welt, aber ich überlege, ihn für eine einmalige Kinderwagenfahrt zu begeistern. Der Grund: Unser Kiez-U-Bahnhof bekommt gerade einen Aufzug. Wie oft habe ich den schweren Kinderwagen die endlose Treppe des 1930 eröffneten Bahnhofs Voltastraße [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich überlege, ob ich mir einen Kinderwagen kaufen soll. Der kleine Weddinger läuft zwar schon lange allein und freihändig durch die Welt, aber ich überlege, ihn für eine einmalige Kinderwagenfahrt zu begeistern. Der Grund: Unser Kiez-U-Bahnhof bekommt gerade einen Aufzug. Wie oft habe ich den schweren Kinderwagen die endlose Treppe des 1930 eröffneten Bahnhofs Voltastraße geschleppt! Undzwar wirklich geschleppt, denn unser Kinderwagen war kein Leichtgewicht. Jetzt, wo die Kinderkarre verkauft ist, baut die BVG den lang herbeigesehnten Lift &#8230;</p>
<p>Eigentlich ist es kaum zu fassen. Dass der Bahnhof der Linie 8 noch in diesem Jahr barrierefrei wird, hat man aus dem Text der Pressemitteilung der BVG von Anfang Januar nicht herausahnen können. Da heißt es, es wären 17 neue Aufzüge geplant. Es werden Beispiele genannt (Kurfürstendamm, Eberswalder Straße, Strausberger Platz, Gleisdreieck, Breitenbachplatz), aber der Bahnhof Voltastraße wird nicht erwähnt. Als kürzlich der Treppeneingang gesperrt wurde und die Bagger kamen, dachte ich eher an eine Treppensanierung. Doch jetzt sieht man es: es wird ein Aufzug gebaut!</p>
<p>Inzwischen sind übrigens fast die Hälfte der 173 Berliner U-Bahnhöfe mit einem Fahrstuhl ausgestattet. Da gibt es für den kleinen Weddinger viele Möglichkeiten, Knöpfchen zu drücken und den Lift zu rufen. Denn auch wenn er die Idee mit der Kinderwagenfahrt vermutlich komisch findet, das Knöpfchendrücken macht er wirklich gern.</p>
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		<title>Kleinkunstfestival</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 19:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe dem kleinen Weddinger eine Laterne gekauft. Eine neumodische mit Laternenstab und Batterien, denn auch hier im Wedding verbrennt sich dank unzähliger Lebensregelungen keiner mehr die kleinen Fingerchen an retro-romantischen Teelichten. Man könnte darüber nachdenken ob irgendwann gar nichts mehr erlaubt ist. Wenn es jetzt schon die armen Laternen kastriert wurden. Jedenfalls will die domestizierte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe dem kleinen Weddinger eine Laterne gekauft. Eine neumodische mit Laternenstab und Batterien, denn auch hier im Wedding verbrennt sich dank unzähliger Lebensregelungen keiner mehr die kleinen Fingerchen an retro-romantischen Teelichten. Man könnte darüber nachdenken ob irgendwann gar nichts mehr erlaubt ist. Wenn es jetzt schon die armen Laternen kastriert wurden. Jedenfalls will die domestizierte Laterne ausgeführt werden, und das geschieht erstmals am Freitag. Da gibt es auf dem Vinetaplatz ab 17.30 Uhr ein mittelalterliches Laternenfest. Das klingt schön.</p>
<p>Mit dem kleinen Weddinger im Gepäck werde ich wohl leider kaum viel mehr vom Kleinkunstfestival im Brunnenviertel (zu dem gehört das Laternenfest) sehen. Deshalb kündige ich hier für alle an und hoffe auf Beschreibungen und Berichte von Kleinkunstfestivalgehern: Puppen- und Theater am Vormittag, Ausstellung beim Kulturvorrat am Nachmittag, Abschlusskonzert in der Freien Grundschule am Mauerpark am Abend. Das <a href="http://www.quartiersmanagement-berlin.de/eventcalendar/index.php?fuseaction=kalender.showDetails&amp;q_id=39&amp;v_id=21280" target="_blank">detaillierte Programm </a>gibt es natürlich auch im Internet.</p>
<p>Viel Spaß allen und &#8230;<br />
Laterne, Laterne,<br />
Sonne, Mond und Sterne,<br />
brenne auf mein Licht, brenne auf mein Licht,<br />
aber nur meine liebe Laterne nicht <img src='http://www.planet-wedding.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-medium wp-image-246  aligncenter" title="kleinkunst_flyer" src="http://www.planet-wedding.de/wp-content/uploads/2010/11/kleinkunst_flyer-213x300.jpg" alt="kleinkunst_flyer" width="213" height="300" /></p>
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		<title>So schmeckt der Wedding</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 08:35:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie schmeckt der Wedding in diesem Monat? Ich weiß es nicht, ich habe die monatliche Verkostung leider verpasst. Aber ab dem 29. Oktober gibt es einen neuen Geschmack, er ist als malzig und satt angekündigt, und ich werde mit meiner dekorativen Eschenbräu-Flasche wieder ins Sprengelkiez sausen und mir das neue Saisonbier aus der kleinen Weddinger Hausbrauerei holen. Eschenbräu gehört einfach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-thumbnail wp-image-230 alignleft" title="eschenbraeu" src="http://www.planet-wedding.de/wp-content/uploads/2010/10/eschenbraeu1-150x150.jpg" alt="eschenbraeu" width="150" height="150" />Wie schmeckt der Wedding in diesem Monat? Ich weiß es nicht, ich habe die monatliche Verkostung leider verpasst. Aber ab dem 29. Oktober gibt es einen neuen Geschmack, er ist als malzig und satt angekündigt, und ich werde mit meiner dekorativen Eschenbräu-Flasche wieder ins Sprengelkiez sausen und mir das neue Saisonbier aus der kleinen Weddinger Hausbrauerei holen.</p>
<p>Eschenbräu gehört einfach dazu und wer Eschenbräu nicht gekostet hat, der weiß nichts vom Wedding. Denke ich mir. Und deshalb koste ich seit einiger Zeit alles, was Martin Eschenbrenner in der Triftstraße braut und in seinem lauschigen Biergarten unter der alten Eiche, im Braukeller oder to go in der Mehrwegflasche verkauft. Obwohl ich mich bisher ans Bier gehalten habe. Wenn ich wollte, könnte ich auch diverse Obstbrände oder Apfelsaft (und ab 2013 auch Whisky) versuchen.</p>
<p>Ich lasse mir gern einen Liter abfüllen, kaufe eine Laugenbrezel dazu, genieße beides auf dem heimischen Balkon und denke darüber nach wie schön es doch ist, dass der Wedding diese sympathische Brauerei hat. Im nächsten Sommer, so ist der Plan, verlagere ich meine Bierverkostung in den Biergarten, freue mich über obergärigen, untergärigen oder malzigen Gerstensaft und darüber, dass der kleine Weddinger umsonst Apfelsaft trinken darf.</p>
<p>Ob ich nun mehr über den Wedding weiß? Spätestens nach dem dritten Glas UrBerliner Gold verliert diese Frage ein wenig an Bedeutung.</p>
<p><em><a href="http://www.eschenbraeu.de" target="_blank">Hausbrauerei Eschenbräu</a>, tägl. ab 17 Uhr geöffnet, Triftstraße 67,  13353 Berlin, Tel. (030) 462 68 37</em></p>
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		<title>Vor der Haustür</title>
		<link>http://www.planet-wedding.de/2010/09/07/vor-der-haustur/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 19:40:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ach nee?!]]></category>
		<category><![CDATA[brunnenviertel]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gehen Mörder umher im Kiez. Sie morden aus Eifersucht, Habgier, Blödheit. Sie sind so nah, gleich drüben in der Putbusser Straße, mir wird angst. Die Sozialfuzzis können nichts verhindern, die Macht ist böse und schwarz und gefährlich für die, die im Brunnenviertel wohnen. Wer hier wohnt, ist Opfer, ist arbeitslos und verwest am Ende allein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gehen Mörder umher im Kiez. Sie morden aus Eifersucht, Habgier, Blödheit. Sie sind so nah, gleich drüben in der Putbusser Straße, mir wird angst. Die Sozialfuzzis können nichts verhindern, die Macht ist böse und schwarz und gefährlich für die, die im Brunnenviertel wohnen. Wer hier wohnt, ist Opfer, ist arbeitslos und verwest am Ende allein in seiner Wohnung. In der Putbusser Straße zum Beispiel.</p>
<p>Ich habe einmal in der Putbusser Straße gewohnt. Ich bin die Wege gegangen, die die Mörder (kamen sie aus Alt-Mitte oder aus dem Prenzlauer Berg?) gegangen sind. Bin ich in ihrem grausamen Fokus gewesen als ich einmal beim Norma einkaufen ging? Sollte der Sozialladen an der Ecke mein Grab werden?</p>
<p>Das sind Dinge, die ich <a href="http://www.ullrichwegerich.de/" target="_blank">Ullrich Wegerich</a> gern einmal fragen würde. Ich wüsste auch gern, warum er mich arbeitslos gemacht hat, einsam und verloren? Warum lässt er mich nach dem glitzernden Mitte greifen, warum bin ich seine Krimileiche?</p>
<p>Der Autor hatte meinen Kiez auf dem Korn als er sein zweites Buch (Ullrich Wegerich: Berliner Macht, 2009, <a href="http://koenigshausen-neumann.gebhardt-riegel.de/" target="_blank">Königshausen &amp; Neumann</a>) schrieb. Er war seine Kulisse, er jagte seine Figuren durchs Brunnenviertel: von der Kita zum Gesundbrunnencenter, von der Putbusser Straße zur Brunnenstraße. Einmal nach Mitte und dann zurück in den Wedding.</p>
<p>Es ist komisch, wenn ein Buch so dicht an meine Haustür heranreicht. Ich weiß nicht genau, ob mich der Stempel, der dem Brunnenviertel im Dienste der Drucksache aufgedrückt wurde, aufregt oder nicht. Ich weiß nur: mir ist ein spannender, gut geschriebener Krimi in die Hände gefallen. Ich habe ihn gern gelesen und ich lese nun gleich noch den Erstling von Ullrich Wegerich. Der spielt in Charlottenburg. Mal sehn, wo dort die Mörder wohnen.</p>
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		<title>Ein Traum von einem Café</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 20:31:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ankommen]]></category>
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		<category><![CDATA[Lebensfreude]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Traum: Ich wollte einmal in dem leeren Ecklokal in meiner Straße ein Café eröffnen. Ich hatte mir überlegt, ich könnte guten Kaffee verkaufen, vom Geschmack her nicht verbrannt, nicht zu mild. Denn den trinke ich gern. Und ich habe in Betracht gezogen, das Mittagsbistro der Herrschaften von der Deutschen Welle und den Angestellten der kleinen Fakultät der TU [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Traum:<br />
Ich wollte einmal in dem leeren Ecklokal in meiner Straße ein Café eröffnen. Ich hatte mir überlegt, ich könnte guten Kaffee verkaufen, vom Geschmack her nicht verbrannt, nicht zu mild. Denn den trinke ich gern. Und ich habe in Betracht gezogen, das Mittagsbistro der Herrschaften von der Deutschen Welle und den Angestellten der kleinen Fakultät der TU zu werden. Falls die mal keinen Döner oder Pausenbrot zum Mittag essen möchten, hätte ich als einzige weit und breit Salate mit Walnusskernen und Gorgonzola angeboten, Quiche und selbstgemachte Pizza. Ich sah mich in der Küche stehen, mit einer langen Schürze vor dem Bauch und verlockend riechenden Kuchen backen. Ich sah mich, wie ich mein Plaudertalent täglich gerne an jeden Gast verschenkte. Ich bin um das leere Ladenlokal geschlichen, der kleine Weddinger kletterte gern die Stufen empor, schaute mit mir durch die Fensterscheiben. Ich wollte den Mitweddinger als Mitstreiter herbeireden. Ich träumte mir ein Mitte-Café im Weddinger Kiez.</p>
<p>Die Realität:<br />
Ich habe mich nicht getraut. Die Familie, die Kinder, das Weddinger Publikum, das Risiko. Ich habe zu viele &#8220;aber&#8221; gedacht. Ich habe beim Träumen kalte Füße bekommen.</p>
<p>Die Ernüchertung:<br />
Ann-Kathrin und Martha aus dem Prenzlauer Berg waren mutiger als ich. Sie haben in meinem geträumten Café ein echtes Café eröffnet, das freysinn. Sie haben es hübsch gemacht, sehr hübsch. Sie verkaufen was ich verkaufen wollte. Sie plaudern wie ich plaudern wollte. Und jeden Tag kommen die Leute von der Deutschen Welle und von der TU und kaufen Salat mit Walnüssen, klappen ihre Laptops auf (WLAN gibt es natürlich auch) und  trinken leckeren italienischen Kaffee.</p>
<p>Die Conclusio:<br />
Es gibt guten Kaffee im Brunnenviertel.<br />
Es gibt ein chick-charmantes Café-Bistro im südlichen Wedding.<br />
Ich kann mit meinem Laptop unterm Arm über die Straße gehen, nett mit Martha und Ann-Kathrin plaudern, etwas surfen, Koffein tanken, Kuchen essen, neben den Leuten von der Deutschen Welle sitzen und mich über meine großartige Idee vom Café an der Ecke freuen. Oder mich ärgern.<br />
Ich bin ein Hasenfuß.</p>
<p><em>Café+Bistro freysinn, Jasmunder Straße 5, 13355 Berlin; Mo-Fr 8-18 Uhr, So 11-17 Uhr Brunch</em></p>
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		<title>Winterschlaf um die Ecke</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 20:38:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich unterbreche meinen Winterschlaf. Ich unterbreche meinen Winterschlaf, um zu sagen, dass Freunde, Bekannte und Fremde eine neue Adresse aufsuchen müssen, wenn sie im Weddinger Panke-Hostel Ufernacht schlafen wollen. Jan hat Tische, Betten, Bilder, Videos, Sofa, Wasserkocher und alles Interieur seines schönen Hostels aufgeladen, hat die Uferstraße verlassen und ist gleich um die Ecke in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich unterbreche meinen Winterschlaf. Ich unterbreche meinen Winterschlaf, um zu sagen, dass Freunde, Bekannte und Fremde eine neue Adresse aufsuchen müssen, wenn sie im Weddinger Panke-Hostel <a href="http://www.ufernacht.de/UntitledFrameset-deutsch.html" target="_blank">Ufernacht</a> schlafen wollen. Jan hat Tische, Betten, Bilder, Videos, Sofa, Wasserkocher und alles Interieur seines schönen Hostels aufgeladen, hat die Uferstraße verlassen und ist gleich um die Ecke in die Martin-Opitz-Straße eingebogen. Bitte sucht Nummer 23, bestellt einen lieben Gruß, nehmt einen Drink an der neuen Bar und schlaft den Winter weg.</p>
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		<title>Willkommen in der Wiesenburg</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 20:24:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Planet Wedding &#124; Dominique</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wiesenburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Zweimal war ich Gast in der Wiesenburg. Gelangweilt habe ich mich bei keinem der beiden Male, vielleicht ein wenig gewundert und auch gestaunt. Einmal führte mich eine Dame spontan durch die imposante Ruine. Ich hatte dabei das Gefühl, etwas Wichtiges entdeckt zu haben, bedeutende Schritte zu machen. Einmal traf ich Joe. Joe, der eigentlich Joachim Dumkow [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zweimal war ich Gast in der Wiesenburg. Gelangweilt habe ich mich bei keinem der beiden Male, vielleicht ein wenig gewundert und auch gestaunt. Einmal führte mich eine Dame spontan durch die imposante Ruine. Ich hatte dabei das Gefühl, etwas Wichtiges entdeckt zu haben, bedeutende Schritte zu machen.</p>
<p>Einmal traf ich Joe.</p>
<p>Joe, der eigentlich Joachim Dumkow heißt, hat eine Wohnung, in die ich sofort einziehen würde. Eine hübsche Filmsammlung, Schallplatten und Kunst an den Wänden. Altbau im Wedding. Joe ist zu beneiden. Er lebt inmitten dieser schaurig-romantischen Filmkulisse (&#8220;Lili Marleen&#8221;, &#8220;Die Blechtrommel&#8221;), dreht kleine Videos, schreibt Gedichte und plant Kulturevents, zu denen er sich gern einige Freunde mehr einlädt. Platz hat er ja, ein verwunschenes Grundstück mit historischer Restbebauung, 12000 Quadratmeter groß.</p>
<p>Von Joe erfuhr ich von Berliner Asyl Verein für Obdachlose, dem 1896 eingerichteten <a href="http://www.luise-berlin.de/lexikon/mitte/w/wiesenburg.htm" target="_blank">Obdachlosenasyl </a>am Panke-Ufer (bekannt als Wiesenburg), von bedeutendenen Gründervätern (unter ihnen Rudolph Virchow) und intensiver Nutzung des Geländes (30.000 Übernachtungen allein in den ersten zwei Jahren).</p>
<p>Joe ist nett, servierte Kaffee, zeigte mir ein Video vom letzten Sommerfest und fasste die Geschichte der Wiesenburg zusammen und lieh mir sofort die Chronik aus, die er bald als Büchlein veröffentlichen möchte. Er beantwortete meine Fragen, doch eine Frage nahm ich unbeantwortet mit nach Hause: Warum schläft das Denkmal Wiesenburg in der Halböffentlichkeit. Ich, die den ebenfalls denkmalgeschützten <a href="http://www.bundtstift.de" target="_blank">Alten Gutshof in Strausberg  </a>mit zum Leben erweckte, bin begeistert und träume sofort von Kulturprogrammen und öffentlichem Leben gleich um die Ecke, von tollen Open-air-Konzerten, Freiluftkino in der Ruine, Tanz im Denkmal und und und. Machen die Wiesenburger nicht. Sie öffnen die Tür nicht jedermann. Wir, der Mit-Weddinger und ich, rätseln gemeinsam warum die Wiesenburger auf den ersten Blick etwas öffentlichkeitsreserviert sind. Wir finden keine schlüssige Erklärung. Gefragt haben wir Joe nicht.</p>
<p>Man ahnt nicht, was sich hinter dem Zaun mit dem Hinweis &#8220;Privatgelände&#8221; verbirgt. Wenn man sich der Wiesenburg nähert, gelangt man an die Grenze der Öffentlichkeit, weil die Wiesenburger nicht öffentlich sein wollen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht gastfreundlich sind. Ganz im Gegenteil.  Und ich käme gern einmal wieder.</p>
<p><em>Wiesenburg, Wiesenstraße, Berlin-Wedding</em></p>
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